Alumni Brief 2012
Ehemaliger (m.); Ehemalige (f.)
Bedeutung: ehemaliger Schüler, Student o.Ä., ehemaliges Mitglied von etwas
Adaptiert von: Duden on-line
Washington, im Juni 2012
Liebe Ehemalige und Freunde!
Ein neues Jahr und ein neuer Brief an die ehemaligen Studenten und Studentinnen mit Deutsch als Hauptfach. Ich hoffe, dass es ein gutes und im Persönlichen wie im Beruflichen auch erfolgreiches Jahr für Sie alle war. Zum ersten Mal seit längerer Zeit bin ich diesen Sommer nicht Leiter des Trier-Programms. Prof. Mary Helen Dupree macht das dieses Jahr und betreut eine Gruppe von 21 Studentinnen und Studenten. (Meine eigene Tochter ist auch mit dabei!) Das Programm hat gut angefangen, genauso wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft. Da gibt es in Trier wieder große Bildschirme auf Plätzen, wo man das gemeinsam sehen und erleben kann. (Man nennt das dort im falschen Englisch „public viewing.“) Die Stimmung ist da immer ganz wunderbar – und jetzt möchte man mit dabei sein...
Wir haben die neuesten Hoya-Alumni im Mai auf den Weg geschickt. Wie in anderen Jahren haben einige Studenten Fulbright Stipendien erhalten, um in Österreich zu unterrichten. Alle sind auf gutem Wege. Es war ein herrliches Graduation-Wochenende mit einem Wetter, wie ich es besser noch nie erlebt habe in meinen 21 Jahren an Georgetown. Ich hatte im Mai auch Gelegenheit, bei einem Besuch in New York einige Ehemalige zu treffen. So bleibt der Kontakt erhalten und man erfährt, was aus den Studenten wird.
Ich habe seit vielen Jahren das erste Mal keine großen Verantwortungen im Sommer. Da kann ich mehr lesen und mich ruhig auf die Kurse im Herbst vorbereiten, während ich den Sommer genieße. Die meisten Kollegen sind auch fort auf internationalen Konferenzen oder in Bibliotheken, wo sie an eigenen Projekten arbeiten. Diese internationale Ausrichtung ist gut für uns, denn sie zeigt, dass die Deutschabteilung, obwohl wir relativ klein sind, doch eine große Ausstrahlung auf die Disziplin hat, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, Asien und Australien sehr bekannt ist.
Das vergangene Jahr war wie immer sehr ereignisreich. Michael Speier, ein bekannter Lyriker und Literaturwissenschaftler aus Berlin, war im Frühjahrssemester unser zweiter Max-Kade-Professor. Seine beiden Kurse zur Lyrik und zum kreativen Schreibprozess waren erfolgreich. Er hat einen neuen Gedichtband hier in Washington abgeschlossen, der demnächst veröffentlicht wird und auch Gedichte über Washington enthält. Vielleicht schicke ich eins im nächsten Brief mit. Kommendes Jahr wird Prof. Helmut Schneider aus Bonn, den wir alle schon kennen und schätzen, der dritte Max-Kade-Professor sein.
Ein paar Highlights von den Professoren: Mary Helen Duprees Buch The Mask and the Quill: Actress-Writers in Germany from Enlightenment to Romanticism ist erschienen und hat schon sehr gute Rezensionen erhalten. Father Murphy, der das vergangene Semester als Jesuit-Chair an der Fordham University als Gastprofessor unterrichtet hat, hat ein Buch zu alten Kirchen in den nordischen Ländern fertiggestellt. Diese zeigen in ihrer Symbolik und in ihrer Architektur, wie germanische Traditionen und christliche Vorstellungen zusammengeführt werden zu einem ganz eigenen Stil. Heidi Byrnes ist die neue Herausgeberin des Modern Language Journal, einer der wichtigsten Fachzeitschriften in Angewandter Linguistik. Friederike Eigler arbeitet gemeinsam mit Jens Kugele an einem Band über Grenzregionen zwischen Deutschland und mittel- und osteuropäischen Ländern. Katrin Sieg arbeitet momentan in Berlin an einem neuen Buch zu Performanz. Marianna Ryshina schreibt gemeinsam mit Corinne Crane eine Abhandlung zu Phänomenen der Literarizität im Spracherwerb. Ich kümmere mich vor allem um die Abteilung. Vor einigen Wochen hatte ich eine sehr schöne Veranstaltung in der Library of Congress mit der Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller. Uns allen geht es gut und wir sehen dem nächsten Jahr mit Spannung entgegen, da die Universität einen neuen Provost bekommt und damit eine Reihe von Veränderungen anstehen.
Auch bei unseren Graduate Studenten war es ein erfolgreiches Jahr. Lauren Edwards hat ein sehr prestigeträchtiges Bosch Fellowship erhalten und wird 2012/13 in Berlin verbringen. Unsere Ph.D.s haben verschiedene Stellen erhalten: Deva Kemmis ist diesen Sommer als Forschungsassistentin an der George Washington University und unterrichtet dort auch, Brooke Kreitinger ist ab Herbst an der University of North Carolina in Greensboro, Jens Kugele an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Tessa Wegener am Kenyon College. Im September beginnt auch wieder eine Gruppe von ausgezeichneten neue Studenten das Studium hier, wie immer gemeinsam mit je einem Austauschstudenten von der TU Dresden und der Universität Trier. (Die TU Dresden ist übrigens gerade zu einer der elf Exzellenz-Universitäten in Deutschland gewählt worden!) Das ist eine kleine, aber diverse Gruppe, die einen interessanten Austausch ermöglichen sollte.
Es gibt noch vieles mehr zu berichten, aber das wäre zu viel für einen Sommerbrief. Allerhand Informationen finden Sie regelmäßig auf unserer Webseite, die wir diesen Sommer oder Herbst auch neu gestalten werden.
Wie immer an dieser Stelle im Sommerbrief schicke ich von uns allen viele Grüße und die Einladung auf einen Besuch, wenn Sie in Washington sind. Bei uns auf dem Hilltop stehen die Türen immer offen. Auch dieses Jahr ein herzliches Hoya Saxa und beste Grüße,
Ihr
Peter C. Pfeiffer
Professor and Chair, Department of German
Convenor, Faculty of Languages and Linguistics
Director, European Studies Certificate Program
P.S.: Gerade höre ich vom Development Office, dass eine Spende über $ 15,000 für das Trier Programm eingegangen ist, die über die nächsten 5 Jahre ausgezahlt wird. Eine tolle Unterstützung für das Programm und unsere Studenten!

